Friedrich-Wilhelm Kilfitt (1905 – 1975)

Friedrich-Wilhelm Kilfitt wurde am 5. September 1905 in Hattingen an der Ruhr geboren. Nach seiner Ausbildung zum Ingenieur führte ihn sein beruflicher Weg als kaufmänischen Angestellten nach München, wo er 1938 Frieda Katharina Habisreutinger heiratete. In seiner Frau Friedl, die einem der angesehensten Allgäuer Kaufmannsgeschlechter, den Habisreutingern aus Immenstadt, entstammte, fand Willy Kilfitt eine unverzichtbare Unterstützung bei seinem weiteren beruflichen Werdegang: War er zweifellos ein Genie darin, aus dem Nichts etwas aufzubauen, so war das Zusammenhalten des dadurch Gewonnenen nicht unbedingt seine Stärke – und so hielt von nun an seine Frau ihre Hand über die Familienfinanzen.
1940 erblickte seine erste Tochter Ingrid das Licht der Welt – und im selben Jahr brach Willy Kilfitt alle Zelte in München ab und zog mit der ganzen Familie nach Dresden, wo er die Betriebsleitung der Fleischereimaschinenfabrik ‚Emil Leinert‘ übernahm.
Nachdem die Fabrik im April 1945 bei einem Luftangriff nahezu vollständig zerstört worden war, organisierte Willy Kilfitt entschlossen den Wiederaufbau und übernahm schließlich 1946 die Firma.
Unter seiner Führung expandierte das Unternehmen zu einem der führenden Hersteller von Laden- und Kühleinrichtungen für das Fleischerhandwerk.
Nachdem er durch sein erfolgreiches „kapitalistisches Wirken" in das Visier der neuen Machthaber in der DDR geraten war, brachte er 1950 zunächst seine Frau und seine beiden Töchter, Ingrid und Christa, in Westdeutschland in Sicherheit. Gewarnt durch seinen treuen Prokuristen, flüchtete er selbst schließlich in der Nacht des 9. April 1953 – unmittelbar vor dem für den nächsten Morgen geplanten Zugriff der ‚Stasi‘ – in die Bundesrepublik und folgte seiner Familie nach München.
Hier begann er – fast 50-jährig – noch einmal ganz von vorne: Er nahm eine Stelle als Vertreter für Molkereieinrichtungen bei der Firma Ahlborn an und arbeitete sich in kürzester Zeit in die Führungsebene empor. Von 1956 bis zu seiner Pensionierung 1970 leitete er den Vertrieb für gesamt Bayern.
Friedrich-Wilhelm Kilfitt war ein weltoffener, umtriebiger Unternehmer voller Ideen und Ideale, mit großem sozialen Engagement und einer Fülle von internationalen Kontakten und guten Freunden.
Er verstarb am 8. April 1975 im Kreiskrankenhaus Freising an einem schweren Herzleiden.

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