- Heinz Kilfitt (1898
– 1973)
- Heinz Kilfitt wurde 1898 in Höntrop als
Sohn eines Uhrmachers geboren. In seiner Jugend beschäftigte er sich
hauptsächlich mit dem reparieren von Uhren, aber auch für Photographie
und Optik interessierte er sich schon damals brennend. Mit dem Eintritt
in das optische Institut R. Neumann in Berlin, dessen Leiter der
Photoabteilung er dann wurde, machte Kilfitt seine Liebhaberei dann zum
Beruf. Die Leica weckte Heinz Kilfitt's Interesse an der
Kleinbildphotographie. Das Kleinbildformat hatte neue Möglichkeiten eröffnet,
mit einer Uhrwerkkamera – so Kilfitt's Überlegung – könnten
Aufnahmen in ausgesprochen dynamischem Stil gemacht werden.
- Mit Hilfe von H.H. Berning, der Geld und
die Idee mit einem Federwerkmotor beisteuerte, gelang Heinz Kilfitt die
Entwicklung seiner automatischen Kleinbildkamera im Format 24x24 mm.
- Mit dieser automatischen Kamera konnten
Serienaufnahmen in schneller Folge gemacht werden.
- Da die in dieser Zeit immer mehr an Macht
gewinnenden Nationalsozialisten zum Zwecke ihrer Aufrüstung ein Auge
auf die Firma geworfen hatten, verkaufte Heinz Kilfitt 1938 seine Geschäftsanteile
und Patentansprüche an die Fa. Berning.
- Heinz Kilfitt erwarb dann ein kleines, älteres
Unternehmen, die Firma Nedo-Optik in München. Hier schuf er hochwertige
Objektive und Zubehör für alle gängigen Kleinbildsysteme und für
Filmkameras.
- Er machte das Unternehmen zu einem
modernen Betrieb mit neuem Standort in Großhesselohe im Isartal nahe München.
Die Objektiv- und Zubehörfertigung erfolgten durch eine 120-köpfige
Belegschaft. Kilfitt's Objektive begeisterten nicht nur den
Filmproduzenten Walt Disney, sondern waren auf der ganzen Welt geschätzt,
wie alle Entwicklungen dieses genialen Konstrukteurs. Anfang der
Sechziger Jahre eine einäugige Spiegelreflexkamera für das Format 6x6,
die Kilfitt-Reflex 6x6. Die Kamera hatte ein neuartiges System zum
schnellen Wechseln der Objektive, eine aufwendige Suchereinrichtung und
einen Rückschwingspiegel.
- Zu der SLR wurden insgesamt sieben
Objektive mit Brennweiten von 50 bis 500 mm angeboten. Das Makro-Kilar
2,8/90 ließ sich von Unendlich bis zum Abbildungsmaßstab 1:1
einstellen. Zusammen mit Objektiven ab 150 mm Brennweite konnte ein
neuartiger Belichtungsmesser verwendet werden, der hinter das
Linsensystem des jeweiligen Objektivs eingeschoben wurde und die exakte
Messung des einfallenden Lichts gestattete.
- Die wohl bekannteste und ungewöhnlichste
Konstruktion von Heinz Kilfitt ist die MECAFLEX, eine
Spiegelreflexkamera mit Lichtschachtsucher. Die Firma Metz baute in den
Jahren 1953 – 1958 etwa 1800 Exemplare davon.
- Wegen dieser geringen Stückzahl und weil
sie zu den ungewöhnlichsten Konstruktionen der Nachkriegszeit gehört
und ein Stück fortschrittlicher Kameratechnik jener Zeit darstellt,
erfreut sich diese Kamera bis heute bei Sammlern großer Beliebtheit.
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