Ingrid Katharina Kilfitt wurde 1940 kurz nach Kriegsbeginn in München geboren, wuchs aber zunächst in Dresden auf, nachdem ihr Vater, Friedrich-Wilhelm Kilfitt, dort eine Fleischereimaschinen-Fabrik übernommen hatte.

Nach der Bombardierung Dresdens 1945 brachten ihre Eltern sie zunächst in einem Allgäuer Kinderheim in Sicherheit, bevor sie 1948 wieder nachhause zurück und dort für einige Zeit eine freie Waldorfschule besuchen durfte.

Da jedoch „Kapitalistenkindern“ in der sozialistischen DDR eine gymnasiale Schulausbildung größtenteils verwehrt blieb, setzte sie ihre schulische Laufbahn schon bald auf einer Allgäuer Internats-Schule fort.

Nachdem 1953 schließlich auch der Vater unter dem Druck des sozialistischen Regimes sein Lebenswerk aufgeben und in den Westen flüchten musste, war die Familie wieder vereint.

Schon während Ihrer Schulzeit zeichnete und fotografierte Ingrid Kilfitt mit einer Agfa-Clack ihre Schulkameraden – zehn Pfennig das Bild.

Nach ihrem Abschluss ergatterte sie einen Ausbildungsplatz bei einem der namhaftesten europäischen Porträtisten, Anton Sahm und belegte zudem an der Volkshochschule die Abendkurse, die sie eigentlich gerne studiert hätte, wäre das finanziell möglich gewesen.

Am Samstagabend trainierte sie im Tanzclub des renommierten ‚GeldSchwarz-Casinos‘ und sonntags wurden bereits erste „Kunden“ porträtiert.



Nach zwei Jahre Auslandserfahrung in der Schweiz, legte Ingrid Kilfitt 1963 als damals jüngste Absolventin des Landes ihre Meisterprüfung mit besonderer Auszeichnung der Landeshauptstadt München ab, machte sich selbständig und etablierte sich mit ihrem ingrid kilfitt meisterstudio für fotografie erst in Münchens guter Gesellschaft und in den folgenden Jahren in der Spitzengruppe der europäischer Porträtfotografie.

Auf dem Karrierehöhepunkt erfüllte sie sich ihren sehnlichen Familienwunsch und bekam ihre zwei Wunschkinder, Sohn Klaus und Tochter Ines.

Nach der Scheidung blieben beide Kinder bei ihr. Den Traum der „Großfamilie“ erfüllte sie sich und ihren Kindern durch ihren neuen Lebenspartner und späteren Ehemann: ein Architekt mit gleichen Interessen – selbst Vater von vier Kindern.

Nach dem Flüggewerden aller Kinder, kurz vor ihrem 50. Geburtstag, realisierte sie ihren Traum vom naturgemäßen Leben und baute gemeinsam mit ihrem dritten Ehemann ein Biohaus mit Naturgarten im nördlichen Chiemgau – ein kleines Paradies für Kinder, Enkelkinder, Freunde und Musiker.

In der Fotografie hatte zwischenzeitlich die Digitalisierung Einzug gehalten, Porträts waren weitgehend aus der Mode geraten und so zog sie sich nach und nach aus dem so geliebten schöpferischen Berufsfeld zurück und widmete sich vermehrt ihren Kindern, Ziehkindern und Enkeln. Ein Leben voller Arbeit und Einsatz, Erfolg und Verlust. Ein Leben voller Leben!